CHAMPAGNERFLASCHE

Bei der Tombola auf der Weihnachtsfeier gewann ich eine Champagnerflasche. Am späten Abend trug ich sie stolz heimwärts. Zu Fuß.
Ich überquerte eine Straße an der Ampel. Zur selben Zeit ließ eine Autofahrerin den Gegenverkehr passieren, bog dann flott links ab.
Im Augenwinkel sah ich das Fahrzeug auf mich zukommen. Ich sprang verschreckt auf, als mir das Auto die Beine weg schlug. So landete ich dann auf der Motorhaube, rutschte auf die Windschutzscheibe zu. Mein ausgestreckter Arm mit der Champagnerflasche in der Hand fuhr zuerst durch das zerspringende Glas. Ich ließ sie nicht los.
Am Steuer saß starr die Autofahrerin. Ihr Fuß ruhte auf dem Bremspedal. Während mein Körper sich in den Beifahrersitz schob, schlug die Champagnerflasche auf den sich am Lenkrad festkrallenden Fingerknöcheln auf. Sie zerbrach daraufhin. Mir hingegen zerbrach es bei dem Aufprall das Genick.
Schade um die frisch lackierten Fingernägel. Schade um den Champagner.

Dieser Beitrag wurde unter COGITO, GESCHICHTETES, KURZGEFASST veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.